12. Ein unerwartetes Wiedersehen.

Langsam zog die Dämmerung herauf. Naruto bemerkte, das der Habicht auf einen großen Felshügel zusteuerte. Warscheinlich eines von Orochimarus Verstecken. Im Licht der langsam aufgehenden Sonne konnte er die Schatten zweier großer Vögel erkennen, die den Berg umkreisten.
Die grauen Felswände kamen rasch näher. Narutos Augen suchten nach einer Möglichkeit zum Absprung. Sie wollte sich nicht direkt in das Innere und wohlmöglich in die Arme ihrer Feinde tragen lassen. Sie brauchte zuerst einmal einen Plan, wie sie Karuto wieder an sich bringen konnte. Am Besten, ohne das es jemand merkte.
Dann entdeckte sie einen kleinen Vorsprung auf halber Höhe. Sie ließ das Geschirr los, fiel auf den Berg zu und bekam den Rand des Vorsprungs zu fassen. Sie konnte gerade noch sehen, wie der Schatten des großen Vogels den Berg umrundete und dann verschwand.
Langsam zog sich Uzumaki auf den Vorsprung und ging zwischen den Felsen in Deckung. Rechts und Links erkannte sie einige unförmige Gebilde. Nester. Sehr große Nester. Und in einem hockte einer der riesigen Habichte, den Kopf zwischen den Schultern, die Augen geschlossen.
"Puh, gut, der Vogel pennt noch. Jetzt aber nichts wie weg hier, vielleicht gibt er ja Alarm, wenn er mich entdeckt!"

Nach einigem Suchen fand sie eine kleine Öffnung im Fels, die in das Innere des Berges führte und an einem Lüftungsgitter endete. Für Naruto war es kein Problem, das Gitter aufzubekommen, in Ihrer Waffentasche hatte sie spezielles Werkzeug dafür.
Wenig später ließ sie sich lautlos in den Gang darunter gleiten und eilte weiter. Kurz darauf öffnette sich der Gang in eine Galerie und gab einen größeren Ausblick auf das innere des Berges frei. Und unter Ihr ging gerade Karutos Entführer mit seiner Beute auf dem Rücken entlang. Naruto handelte sofort. Mit leichten Sprüngen eilte sie hinunter und verbarg sich in einer Nische. Als der Oto-Nin an ihr vorbeigegangen war, sprang sie aus ihrem Versteck und zückte ihren Kunai.
Kayoku bemerkte, wie seine Bürde auf dem Rücken plötzlich viel leichter wurde, dann setzte ihn ein Hieb gegen den Hinterkopf für kurze Zeit außer Gefecht.
"Endlich habe ich dich wieder!" flüsterte Naruto und band sich den Tragebeutel um." Niemand wird dich mir wegnehmen!"
Mit federnden Sprüngen floh Naruto in den oberen Bereich des Berges, gerade als Kayoku wieder zu sich kam.
"Hey! Verdammt, das ist doch-wie hat die mir so schnell folgen können? -Natürlich! Sie muss am Geschirr gehangen haben! Deshalb war Hita so unruhig. -Alarm! Wir haben einen Eindringling!"
Sofort wurde es in den Gängen lebendig. Unzählige feindliche Shinobi eilten herbei und verteilten sich im ganzen Areal. Ein weiterer Trupp Sound-Nins durchkämmte jeden Winkel.
Naruto kauerte auf einer Felsgalerie im oberen Bereich und sondierte die Lage.
"Gut, sie sind erst im unteren Bereich. Aber ich muss mich beeilen! -Karuto schläft noch, gut. Also los!"
Lautlos begann sie eine Felsensäule hochzuklettern, nahm ihr in die Hände und Füße geleitetes Chakra zu Hilfe.

In einem dunklen Raum, der nur von einer Kerze erhellt wurde, glühten plötzlich zwei blutrote Sharingan auf.
"Das war dumm von Dir...aber ich weiß, das Du ihn niemals im Stich lassen würdest..."
Die schwarzen, tomoe-förmgen Punkte begannen langsam zu rotieren.
"Naru....komm her...." murmelte Sasukes leise Stimme." Komm her..."

Uzumaki, kurz vor dem Ausgang ins Freie, zuckte plötzlich zusammen.
"Komm her..."
Irgendetwas schien sie plötzlich festzuhalten, Naruto konnte nicht weitergehen.
"Naruto....komm her..."
"Scheiße! Was ist das auf einmal? Ich...ich höre Sasukes Stimme in meinem Kopf!"
Immer eindringlicher wurde der Ruf. Naruto verstand nicht, warum sie nicht weiterlaufen konnte. Ein neues Jutsu des Uchia?

"Da ist sie!"
Mehrere feindliche Shinobi eilten herbei und ergriffen die Flüchtende.
"Lasst mich los!"
Aber es half nichts. Naruto wurde entwaffnet und gefesselt, das Bündel mit Karuto ihr wieder abgenommen.
"Nein! Nehmt mir mein Kind nicht weg!"
"Sei still!" knurrte einer der Otos und zerrte sie wieder in das Innere des Verstecks.
Während des Abtransports kam ein weitere Shinobi hinzu und flüsterte dem Gruppenführer etwas zu.
"Verstanden. " nickte dieser und schlug eine bestimmte Richtung ein.
Naruto wurde in einen dunklen Raum gestoßen. Die Fesseln wurden gelöst und der arme Karuto etwas unsanft in ihre Arme verfrachtet.
Dann fiel die Tür wieder zu.
Zitternd verharrte Naruto, ihren weinenden Kleinen an sich gedrückt, bis dieser sich wieder beruhigt hatte.
"Das hätte ich nicht gedacht."
Naruto fuhr herum.
"Sasuke!"
"Du bist deinem Kleinen tatsächlich bis in die Höhle der Schlange gefolgt..."
"Das würde jede gute Mutter tun! Glaubst Du, ich würde meinen Kleinen so einfach aufgeben? Niemals!" fauchte Uzumaki. "Was hast Du eigentlich vorhin mit mir gemacht? Ich war fast draußen, da hörte ich auf einmal deine Stimme und konnte nicht mehr weitergehen!"
"Tja, das ist auch ein Seiteneffekt unserer Bindung. Mit Hilfe meines Sharingans kann ich dich, wenn Du nicht zu weit weg bist, beeinflussen. "
"W-was? Das war hinterhältig! Ich hätte es beinahe geschafft! Nur wegen Dir-"
"Reg dich ab. Die Otos hätten dich dann außerhalb des Berges erwischt. - Darf ich den Kleinen wenigstens mal sehen? Schließlich habe ich mitgeholfen, ihn auf die Welt zu bringen...aber Orochimaru darf davon niemals erfahren!"
"Also gut. Aber wehe, Du tust ihm etwas!"
"Dann würde ich genauso tierischen Ärger mit Orochimaru kriegen." meinte Sasuke nur gleichmütig und ließ sich von Naruto das Baby geben. Schweigend betrachtete er das schlafende Kind, es hätte wirklich auch ein Uchia werden können, wenn er an Gokus Stelle gewesen wäre. Doch nun war es zu spät. Sasuke beendete seine Gedanken mit einem Schulterzucken und reichte Karuto an seine Mutter zurück.
Er ist eine interessante Mischung aus Dir und Goku."
"Das ist er. Und er ist mein Ein und alles. Du würdest das sicher besser verstehen, wenn Du selbst Kinder hättest. Du würdest sie niemals diesem Scheusal überlassen!"
Sasuke schwieg und starrte grimmig zu Boden. Was ging in dem Uchia jetzt vor, dachte sich Naruto. Sie linste zu ihrem ehemaligen Teamkameraden hinüber. Dann stahl sich ein leichtes Grinsen auf Ihr Gesicht.
"Sag mal...." begann sie ebenso gleichgültig."...hast Du eigentlich schon mal...-Du weißt schon."
"Drück dich klarer aus, Usuratonkachi!"
"Oh mann! Hattest Du schon mal was mit einem Mädchen? Oder bist Du immer noch jungfräulich, Teme?"
Jetzt konnte Naruto ihr Grinsen nicht mehr verkneifen.
Sasuke wurde tatsächlich etwas rot um die Nase und starrte Uzumaki wütend an.
"Für so was hatte ich bis jetzt noch keine Zeit! Noch ist nicht die Zeit gekommen, um an den Wiederaufbau meines Clans zu denken!" grollte der Uchia.
"Oh, der Herr scheint etwas prüde. Oder besser-gefühlskalt zu sein." stichelte Naruto.
"Hör auf mit dem Scheiß, Dobe! Ich hab absolut keinen Bock, mit Dir über mein Liebesleben zu reden!"
"Weil Du bis jetzt gar keins hattest. Die Mädels sind Dir früher in Konoha scharenweise nachgelaufen und würden das sicher heute noch, aber Du hast jeder die kalte Schulter gezeigt. Auch Sakura. Es vergeht kein Tag, an dem sie nicht an dich denkt!" fuhr Naruto nun ernster fort. "Sie liebt dich immer noch, Teme. Trotz allem was passiert ist."
Sasuke ballte die Fäuste, seine schwarzen Augen verengten sich.
"Schluss jetzt damit, Usuratonkachi! Sonst vergesse ich meine guten Manieren!" fuhr er Naruto wütend an.
"Uh-schon gut. Schon gut. Wusste gar nicht, das Du in der Sache soo empfindlich bist!"
Aber Uzumaki konnte es nicht lassen. Nach einer kurzen Schweigeminute bohrte sie weiter.
"Äh....aber was hast Du gemacht, wenn sich trotzdem bei Dir da unten....-"
"DOBE!!"
Sasukes Wutschrei hallte durch die kleine Halle und die Gänge des Verstecks.
"Noch ein Wort darüber und ich nehme Dir deinen Kleinen weg und gebe Ihm jemand anderen hier zum Aufpassen!" knurrte er. "Ich habe mich extra dazu bereiterklärt, dich und den Kleinen zu bewachen!"
"Das wagst Du nicht!"
"Wenn Du wüsstest...ich habe keine Skrupel mehr, nicht mal vor Dir, Usuratonkachi!"
"Teme!" stieß Naruto verächtlich hervor. Dann drehte sie dem Uchia den Rücken zu und schwieg.

Nach einer Weile stand Sasuke auf und ging wortlos zur Tür.
"Wo willst Du hin, Teme?"knurrte Naruto.
"Ich muss kurz weg. Orochimaru verlangt nach mir."
Der Name des bleichen Sannins ließ Naruto wütend aufknurren.
"Du bleibst hier und rührst dich nicht von der Stelle! Im Gang sind Wachen! Also denk nicht mal daran!" gab Sasuke mit kalter Stimme zurück.
Und schon war er durch die Tür, die hinter ihm zufiel.
Seufzend drückte Naruto ihren Sohn fester an sich.
"Ich hoffe nur, Hilfe ist unterwegs! Goku, bitte beeil dich, ich will hier wieder weg!"

Unterdessen war der Rettungstrupp aus Konoha am Fuß des Habichtsberges angekommen.
Neji scannte die Umgebung.
"Ich sehe überall Wachen. Aber ich kann nicht in das Innere des Berges durchdringen! Orochimaru muss eine Art Schutzbarriere um die Felwände gelegt haben! Ich komm nicht durch!" fluchte er.
"Vegeta?" fragte Goku. Der Sayajinprinz schüttelte den Kopf. Selbst ich kann Naruto nicht orten! Das ist wirklich eine verdammt gute Abschirmung!"
"Verdammte Schlange!" knurrte Jiraya. Dann fiel ihm etwas ein. Er biss sich in den Daumen, vollführte einige Fingerzeichen und schlug die Handfläche auf den Boden.
"Kuychose!" rief er gedämpft. Mit einem "Plopp" wurde eine harmlose, kleine grüne Kröte sichtbar, als der Eremit die Hand wieder wegnahm.
"Wir schicken den kleinen Burschen als Spion vor. Er soll erstmal die Lage auskundschaften."
"Gute Idee. Eine Kröte fällt nicht auf." meinte Kiba.
Die kleine Amphibie nickte und hopste davon. Während sie über die Felsen sprang, nahm ihre grüne Haut die Farbe des grauen Schiefers an. Somit war sie perfekt getarnt.
"Wir sollten uns verbergen. Es beginnt zu dämmern." bemerkte Son-Goku.
Die Konoha-Ninjas zogen sich in das Dickicht zurück, Jiraya hielt mit der Kröte eine geistige Verbindung aufrecht.

Naruto schreckte aus ihrem Dämmerschlaf hoch, als die Türe ihres Gefängnisses von aussen geöffnet wurde.
"Sasuke?" murmelte sie. Doch ihr blick verfinsterte sich, als sie den Eingetretenen erkannt hatte.
"Kabuto!" grollte sie.
"Ich freu mich auch dich zu sehen." meinte der grauhaarige Shinobi abfällig.
"Ich hätte dich damals an der Brücke zwischen Himmel und Erde in Stücke reißen sollen!" grollte Naruto.
"Um mich kleinzukriegen, musst Du dir schon was besseres einfallen lassen, Füchslein.-Ah..da ist ja der Kleine. Das ist also ein Sayajin-Mensch Halbblut."
"Komm ja nicht näher! Berühre meinen Sohn -und ich bringe dich um!"
"Und wie willst Du das machen? Du kannst ja so wie ich erfahren habe, nicht eines deiner Jutsus ausführen." grinste Kabuto hinterhältig.
"Ich hab noch immer genug Kraft um Dir den Hals umzudrehen, Verräter!"
"Weißt Du, ich und mein Meister Orochimaru hat etwas sehr interessantes über die Sayajins herausgefunden. Der Körper eines Sayajins altert viel langsamer als unsere Körper. Das heißt, wenn Du ein alter Mann bist-heh, oder eine alte Frau, was auch immer-, ist dein "großer Bruder" immer noch jung und knackig. Sayajins haben eine weitaus größere Lebensspanne als wir. Damit ist ja wohl klar, das Orochimaru solch einen Körper für sich beansprucht. Da er aber bei Vegeta und Son-Goku gescheitert ist, hat er vielleicht mit deinem Halbblut-Sohn mehr Erfolg. Dein Kleiner ist zwar nur zur Hälfte ein Sayajin, aber vielleicht sind gerade diese Gene stark genug, um denselben Erfolg zu erzielen." lächelte Kabuto. "Und wenn nicht, kann ich ja ein bischen daran drehen..."
"WAS? Mein Karuto soll eine zukünftige Hülle für Orochimaru....das werde ich niemals zulassen!!" schrie Naruto wütend.
"Es bleibt Dir wohl nichts anderes übrig, meine Kleine. Und für dich finden wir sicher auch noch Verwendung. Es wird interessant werden, herauszufinden, was deine Verwandlung genau bewirkt hat....vielleicht können wir dich sogar mit Sasuke zusammenbringen...mal sehen was dabei rauskommt..."
"Elender, mieser Bastard!!"
"Kabuto!!"
Beide fuhren herum. Sasuke war, ohne das sie es bemerkt hatten, eingetreten.
"Was gibt es?"
"Meister Orochimaru wünscht dich zu sehen, Kabuto! Und er hat mir aufgetragen, mich weiter um Naruto zu kümmern und auf sie aufzupassen, damit sie keine Dummheiten macht. Und das Letzte, was ich da eben von Dir vernommen habe...vergiss das mal ganz schnell wieder, sonst..."
Mit einem leisen Fluch auf den Lippen wandte sich der grauhaarige Ninja von Naruto ab und verließ den Raum.
"Sasuke! Orochimaru will meinen Sohn als zukünftige Hülle missbrauchen! Bitte lass das nicht zu!" rief Naruto, Tränen liefen über ihre Wangen.
"Und was sollte ich deiner Meinung nach tun? Meinen Meister verraten?"
"Ich bitte dich um unserer alten Freundschaft willen, hilf uns zu fliehen! Oder willst Du zulassen, das Orochimaru Exprerimente mit meinem Kleinen durchführt und ihn am Ende noch umbringt?" schluchtze Naruto. "Ich kann meine Künste nicht mehr gebrauchen, um uns zu befreien!"
"Du verlangst zu viel von mir! Orochimaru ist mein Sensei! Ich habe Ihm Treue geschworen! Dir zu helfen würde bedeuten, ihn zu hintergehen! Es wäre mein sicherer Tod und meine ganzen Mühen wären umsonst gewesen!" knurrte Sasuke. "Ich brauche Orochimarus Kraft und nichts wird mich an meinem Weg dahin hindern!"
"Na toll! Dann hat Orochimaru ja die freie Auswahl! Zuerst nimmt er dich als neues Gefäß und dann ist mein armer Kleiner dran, wenn er herangewachsen ist! Aber das lasse ich nicht zu, darauf kannst Du Gift nehmen, Teme!"
"Tu was Du nicht lassen kannst. Aber es hat keinen Sinn, Ihr kommt hier nicht weg. Und ich sagte Dir schon, keiner wird mich daran hindern, meine Rache zu verwirklichen!"
Naruto schluckte. Nein, das war wirklich nicht mehr der Sasuke, den sie kannte. Er schien genauso kaltherzig wie sein Meister geworden zu sein.


Zur gleichen Zeit kehte Jiraiyas kleiner Spion zurück.
"Wie siehts aus?" fragte Goku.
"Am Fuß des Berges gibt es einen Eingang, der nur von vier Shinobi bewacht wird. Wenn wir die Wachen dort ausschalten, bemerken es die anderen nicht gleich und wir kommen ungesehen in das Versteck. Dann sehen wir weiter."
"Also los."
Mit Hilfe der verschiedenen besonderen Fähigkeiten von Narutos Freunden gelang es ohne Probleme, die feindlichen Wächter auszuschalten und sie durch Klone zu ersetzen.
"Gut so. Weiter jetzt. Neji, wie siehts aus? Kannst Du jetzt dein Byakugan einsetzen?" fragte Goku.
Der Hyuuga aktivierte seine Spezialsicht, schüttelte aber gleich daraufhin den Kopf.
"Mist! Die Barriere ist auch hier drinnen noch wirksam! Ich komm nicht durch die Wände!" knurrte er.
"Dann muss mein kleiner Spion weitermachen.-Vegeta, wie siehts bei Dir aus?" fragte Jiraiya.
"Ich kann Narutos Chakra schwach orten. Aber es flukuiert stark wegen der Barriere. Wir müssen auf jeden Fall weiter nach oben." antwortete der Sayajinprinz.
"Dann los!"

Zur gleichen Zeit erhob sich Sasuke und nickte einmal stumm.
"Was ist los, Teme?" wollte Naruto wissen.
Aber statt zu antworten, aktivierte der Uchia sein Sharingan und sah Naruto in die Augen. Uzumaki erstarrte.
"Nein...was hast Du vor?"
"Tut mir leid, Naruto." murmelte Sasuke und nahm ihr das wimmernde Bündel aus den Armen. Sie musste es hilflos über sich ergehen lassen, die Sharingan-Augen hielten sie paralysiert. Nur die Tränen bahnten sich ungehindert einen Weg über ihre Wangen.
"Du elender Mistkerl! Ich habe versprochen, dich zurückzubringen, aber lebendig werde ich das nicht mehr tun!" schluchzte sie. "Du hast meinen Sohn auf dem Gewissen!"
"Jetzt siehst Du, wie Hass sich anfühlt. Hasse mich, Naruto und finde heraus, was er Dir für Kräfte gibt. Hasse-und vergesse mich."
"Wenn wegen Dir meinem Kleinen etwas geschieht, werde ich Dir das niemals verzeihen, Teme!"

Ohne eine weitere Reaktion ging Sasuke nach draußen und verschloss sicherheitshalber die Tür. Im nächsten Moment fiel Naruto bewusstlos zu Boden. Es war besser für den Moment, denn in ihrer Wut und Verzweiflung wäre sie zu allem fähig.
"Du hättest besser nicht hierherkommen sollen, Usuratonkachi..." murmelte Sasuke und deaktivierte sein Sharingan wieder. Der Kleine hatte sein Weinen verstärkt. Der Schwarzhaarige seufzte und begann das Bündel etwas unbeholfen zu wiegen.
"He, Kleiner, beruhige dich. Ruhig, ruhig. Ich will nicht mein Sharingan bei Dir anwenden." murmelte er während er den Gang entlangschritt. Tatsächlich hörte Karuto auf zu weinen und blickte mit seinen blauen Augen in Sasukes Gesicht.
"Pa...pa.?"
Der Uchia konnte nicht anders als leicht zu grinsen.
"Kleiner Dobe. Ich hab zwar die selbe Haar-und Augenfarbe wie dein Erzeuger, aber ich bin der Falsche."

Orochimaru erwartete seinen Schüler bereits.
"Aahh...da ist er ja. Hm, ist ganz schön gewachsen, seit ich Ihn das letzte Mal gesehen habe." lächelte der bleiche Sannin."Hat Naruto große Schwierigkeiten gemacht?"
Sasuke schüttelte den Kopf.
"Heh, ich kanns mir schon denken. Deinem Sharingan kann sich keiner entziehen. Aber dafür kannst Du ihr wohl nicht mehr unter die Augen treten."
"Tch!" gab Sasuke nur von sich und reichte das Bündel Orochimaru. Wohl war ihm aber nicht dabei. Er hatte in den letzten Jahren vieles über die Exprerimente des Sannin und seiner rechten Hand mitbekommen und war mehr als oft damit konfrontiert worden. Aber dies waren erwachsene Personen gewesen.
"Kabuto, führe für den anfang die normalen Untersuchungen durch. Ich möchte einen vollständigen, biologischen Bericht über den Kleinen. Gib ihn dann in die Obhut von Anawari und Tokima. Und mach ihnen die Bedeutung dieses Wesens klar, das sie bewachen und beschützen sollen!"
"Jawohl, Meister Orochimaru." nickte Kabuto und bekam den Kleinen in die Arme gedrückt, der sofort wieder ein lautes Geschrei anstimmte.
"Er mag mich nicht." seufzte der grauhaarige Shinobi."Sasuke, würdest Du bitte mit deinem Sharingan..."
"Ich würde davon abraten. Ich weiß nicht, welche Auswirkung es auf den Kleinen haben könnte." sprach der Uchia.
"Dann geh mit Kabuto! Bei Dir war er ja ruhig."
Sasuke verdrehte die Augen und tappte hinter Kabuto her, der ihm nach einigen Schritten den Kleinen zurück in die Arme drückte.
"Vielleicht hat er ja auch eine neue Windel nötig!" rief Orochimaru den beiden grinsend hinterher.

Tatsächlich war vor der eigentlichen Untersuchung eine größere Reinigungsaktion notwendig.
"Oh Kami-ich verschwinde! Das kannst Du machen!" knurrte Sasuke, rümpfte die Nase und wandte sich zum Gehen, als Kabuto die Windel geöffnet hatte.
"Hey, nichts da! Orochimaru hat ausdrücklich befohlen, das Du mir assistierst!" knurrte Kabuto."Hältst Du still?"
"Das gehört nicht in meinen Bereich! Ich bin ein Shinobi, keine Kinderfrau! Und diesen vollgeschieterten Dobe kannst Du saubermachen!"
"Wenn Du jetzt abhaust und dem Kleinen was passiert, werde ich dafür sorgen, das Du eine Menge Ärger mit meinem Meister kriegst!"
Sasuke knurrte drohend und fuhr wieder herum. Als er Kabuto dastehen sah, wie er den schreienden, bis zum Bauch eingesauten Karuto unter den Armen und von sich weg festhielt, musste er grinsen.
"Los, nimm die Schüssel da vorne und fülle sie mit Wasser! Erwärme es dann mit deinem Feuerjutsu!" knurrte Kabuto.
Sasuke schnappte sich die große Schüssel und ging zum nächstgelegenen Brunnen.
"Harrch! Bist Du mal still!-Wah! Du kleines Miststück!" fluchte Kabuto, als ein gelber Strahl seine Hose traf. "Sasuke!!"
Kurz darauf kehrte Uchia mit der Schüssel zurück. Das Wasser war bereits erwärmt und er stellte sie auf einem Tisch ab. Als er Kabutos nasse Hose bemerkte, hätte er am liebsten laut losgelacht.
"Hier braucht wohl noch jemand ne Windel." grinste er.
"Noch ein Wort und ich vergesse mich!" grollte Kabuto."Los, Du badest ihn!"
Ohne ein weiteres Wort setzte der grauhaarige Shinobi Karuto in die Schüssel und stapfte nach draußen.
"Baka." grinste Sasuke kopfschüttelnd."Du hast mir echt den Tag versüßt, kleiner Dobe, und das passiert wirklich selten."
Karutos Geschrei war verstummt und wieder sah ihn der Kleine fragend an.
"Schau mich nicht so an! Auch Du kannst mich nicht umstimmen. Ich muss meinem Meister gehorchen. -Na komm, machen wir dich erst mal sauber."
Ein Waschlappen und eine Seife waren schnell gefunden und der Uchia machte sich daran, Karuto zu säubern, der brav stillhielt und nur manchmal etwas herumzappelte, wenn Sasuke ihn in einem zu festen Griff hatte. Der Schwarzhaarige hatte noch nie mit Babys zu tun gehabt, doch er schaffte es, den Kleinen sauberzubekommen und abzutrocknen. Ein sauberes Handttuch musste für eine neue Windel herhalten, weder Orochimaru noch Kabuto hatten vorsorglich an Babysachen gedacht.
Zufrieden betrachtete sich Sasuke sein "Werk", als Kabuto zurückkehrte.
"Oh, er ist sogar schon gewickelt. Sehr schön. Du bist also doch zu etwas sinnvollem zu gebrauchen, Sasuke. Jetzt lenk ihn weiter ab, damit ich ihn untersuchen kann." erklärte der grauhaarige Shinobi.
"Wirst Du ihm dabei wehtun müssen?"
"Was?-Was soll die Frage? Na klar, ich brauche eine Blutprobe, aber das ist nur ein kleiner Pieks...-heheh, hör ich da einen Anflug von Sorge in deiner Stimme?"
Sasuke wandte sich mit finsterer Miene ab. Mist, was sollte der Scheiß?, dachte er zu sich selbst. Dieser Windelkacker verweichlicht mich noch!
"Und jetzt will ich keinen Mucks mehr hören, verstanden, kleiner Wicht?" sagte Kabuto ernst."Du bist wieder sauber, also sei still!" Karuto verzog wieder weinerlich das Gesicht.
"Oh mann, so machst du ihm nur Angst, Baka!" brummte Sasuke.
"Dann komm her, damit er dich sehen kann! Dein Gesicht scheint ihn zu beruhigen. Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, wieso. Dein Blick lehrt den Meisten eher das Fürchten."
Während Kabuto seine Untersuchungen durchführte stand Sasuke hinter ihm, linste über die Schulter des grauhaarigen Ninjas und fing sogar auf einmal an, Grimassen zu schneiden oder so zu tun als würde er Kabuto würgen. Natürlich hielt er seine Hände dabei so, das der Medic-Nin es nicht bemerkte. Er wusste selbst nicht, was in ihn gefahren war, sich wie ein Idiot aufzuführen, aber Karuto fing an zu glucksen und lachte sogar etwas. Auf jeden Fall vertrieb es für eine weile seine düsteren Gedanken von Rache. Sasuke konnte es nicht fassen. Er hatte Blödsinn gemacht! Also war noch nicht alles in ihm von Rache und Hass zerfressen.

"Okay, ich bin dann soweit. Bring ihn jetzt zu Anawari und Tokima." ordnete Kabuto an.
"Wieso ich? Du bist beauftragt worden!" murrte Sasuke.
"Ich muss den Bericht schreiben! Also beweg dich!"
Murrend machte sich der Uchia mit dem Kleinen auf den Weg. Und Karuto wurde endlich müde genug, das er einschlief. Sasuke seufzte erleichtert. Wenigstens würde es kein Trennungsgeschrei geben.

Also Naruto wieder erwachte, war sie alleine.
"Karuto!" rief sie erschrocken. Dann fiel es ihr wieder ein. "Sasuke...er hat ihn mir weggenommen und Orochimaru ausgeliefert....elender Bastard!" Schluchzend hieb sie mit ihrer rechten Faust auf den Boden unter sich ein. "Und ich konnte meinen Kleinen nicht davor bewahren!" Wut stieg in ihr hoch. Und diese Wut war der richtige Nährboden für den Fuchsdämon.

Auf dem Rückweg entschloss sich Sasuke, doch noch mal nach Naruto zu sehen. Falls sie ihn angreifen würde, wäre es ein leichtes für Ihn, sie mit seinen Sharingan ruhig zu stellen. Außerdem wollte er sie in eines der kleinen Zimmer sperren.
Schließlich erreichte er den Raum.
Als Sasuke die Tür öffnete, um nach Naruto zu sehen, bemerkte er im nächsten Moment eine rotflackerde Gestalt mit glühenden Augen die auf ihn zuraste. Der Uchia reagierte zu spät und ein harter Schlag schmetterte ihn gegen die Felswand und nahm ihn für einige Augenblicke die Besinnung.
"Ahh...verdammt, Usuratonkachi...." stöhnte er und rieb sich den Kopf."Du bist wirklich nicht zu unterschätzen..."
Sasuke zog sich in eine sitzende Position und lehnte sich gegen die kühle Felswand. Er würde nicht hinter ihr herjagen. Sollten andere das tun. Für heute hatte er genug von Naruto und ihrem Nachwuchs.

Fortsetzung folgt...

 

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